Sindelfinger Zeitung / Böblinger Zeitung / S.11: "Leben & Kultur" / Donnerstag, 25. August 2005

Weil im Schönbuch-Neuweiler: Jungregisseurin Vanessa Morlok studiert das neue Jugendtheaterstück der Schönbuch-Bühne ein

“Man muss sich um alles kümmern”


Von unserer Mitarbeiterin
Claudia Barner


Seit einem halben Jahr ist Freizeit für Vanessa Morlok ein Fremdwort. Die 18-jährige Gymnasiastin aus Neuweiler schnuppert schon einmal in ihren Traumberuf rein. Und das gleich richtig: Als Jung - Regisseurin studiert sie gemeinsam mit sieben Jugendlichen das neue Jugendtheater-Stück der Weilemer Schönbuch-Bühne ein.

Das Weil im Schönbucher Turnerheim ist für Vanessa Morlok in den letzten Wochen zur zweiten Heimat geworden. Wann immer sich im dicht gefüllten Belegungsplan eine Lücke findet, wird geprobt. Zwei Stunden am Stück, müssen sich die elf- bis 15 jährigen Akteure sammeln, arbeiten konzentriert am Text, an ihrer Mimik und Gestik. Licht, Ton. Kulisse, Kostüme. "Als Regisseurin muss man sich um alles kümmern. Das ist schon anstrengend", hat die Neuweilerin erfahren.

Auch, wenn sie manchmal nicht weiß, wo ihr der Kopf steht: Genau so hat Vanessa Morlok es gewollt. "Das Schöne am Regie führen ist doch, dass man kreativ sein und zugleich organisieren kann. Die Tätigkeit ist unheimlich vielseitig." Auch nach monatelanger - mitunter zäher - Probenarbeit ist ihr Enthusiasmus ungebrochen. "Es macht Spaß, zu beobachten, wie sich alles entwickelt."

Noch immer glimmt in der 18-Jährigen der Funke der Begeisterung, der vor knapp zwei Jahren bei einem Auslandsaufenthalt an der Coventry High School in Connecticut entfacht wurde. "Acting" - hieß der Kurs, in dem die Schülerin des Schönbuch-Gymnasiums ihre Leidenschaft für die Regie entdeckte. "Wir hatten dort eine super Ausstattung und einen sehr professionellen Lehrer. Von ihm habe ich mir alles ganz genau abgeschaut", erzählt Vanessa.

Da kam es wie gerufen, dass nach der Rückkehr aus den USA die Schönbuch-Bühne Hände ringend nach einem Jung-Regisseur suchte, der bereit war, die Jugendarbeit des Vereins neu zu beleben. Vanessa zögerte keine Sekunde. "Das war die Chance."

Zehn Stücke zur Auswahl

Mit Feuereifer stürzte sie sich in die neue Aufgabe. Studierte im vergangenen Sommer zehn verschiedene Bühnenstücke und entschied sich letztendlich für "Lara Kraft". Überzeugt hat sie die Geschichte vom modernen Schneewittchen vor allem durch ihre witzigen Dialoge, Situationskomik und die Tatsache, dass alle Rollen gleich gewichtet sind.

Richtig spannend wurde es für die Jung-Regisseurin, als es ans Casting ging. Nach einem Aufruf im Gemeindemitteilungsblatt meldeten sich im Turnerheim sechs Mädchen und ein Junge. "Ich hatte mit mehr gerechnet", erinnert sich Vanessa Morlok. "Die sieben reichten gerade aus, um alle Rollen zu besetzen." Und längst nicht jeder konnte sich sogleich mit der Figur identifizieren, die Vanessa ihm zugedacht hatte. "Wir mussten uns arrangieren", sagt die Neuweilerin und ist stolz, dass es ihr inzwischen gelungen ist, aus dem bunt zusammen gewürfelten Haufen eine homogene Truppe zu formen.

Nachdem das geschafft ist, wartet bereits die neue Herausforderung. "Je näher der Aufführungstermin im September rückt desto stärker wächst das Lampenfieber", spürt die 18-Jährige, die immer häufiger mit der Unruhe ihrer Akteure ringt. "Es wird Zeit, dass wir endlich zeigen können, was wir erarbeitet haben", findet Vanessa Morlok, die sich immer häufiger bei der Frage ertappt ob "ihr" Stück den Zuschauern wohl auch gefallen wird.

Die Antwort darauf erhält die Jung-Regisseurin am 23. September. Um 19.30 Uhr ist Premiere von "Lara Kraft" im Turnerheim. Weitere Aufführungen sind für den 24. September, den 30. September sowie den 1. Oktober geplant. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

Karten gibt es bei der Genoba Weil im Schönbuch, bei Toto Lotto Lechner und unter dem Kartentelefon 0 71 57/ xxxxxx.


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